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16. Februar 2012

Warum sich Professoren über wissenschaftliche Fachzeitschriften aufregen

Beiträge aus wissenschaftlichen Fachzeitschriften gelten neben Monographien als das Nonplusultra der Literaturauswertung in einer studentischen Arbeit. Aus gutem Grund: Hier findet man die aktuelleste und anspruchsvollste Forschung.

Auch als Student sollte man aber das System der Fachzeitschriften verstehen. Wie das mit dem "Peer Review", also der Qualitätskontrolle funktioniert zum Beispiel -- und warum welche Beiträge in welcher Art Zeitschrift erscheinen oder auch nicht. Und wer überhaupt hinter den Fachzeitschriften steckt.

Seit einiger Zeit kritisieren viele Wissenschaftler das System der Fachzeitschriften. Und auch die Bibliotheken klagen über horrende Abo-Gebühren und die Preispolitik der Wissenschaftsverlage -- was unter anderem zu Abbestellungen führt, so dass auch Studenten nicht mehr darauf zugreifen können.

„Die großen, profitorientierten Wissenschaftsverlage pressen so viel Geld aus der akademischen Welt heraus, wie es der Markt hergibt“, heißt es in einem von zwei lesenswerten Beiträgen, die das System erklären, im Handelsblatt:
  • Teure Wissenschaft: Forscher boykottieren Fachverlag Weil der Fachverlag Elsevier angeblich Wissenschaftler und Bibliotheken ausbeutet, haben Forscher zum Boykott aufgerufen. Ob das ein Umdenken bei den hohen Abogebühren bewirkt, ist jedoch zweifelhaft.
  • Dennis Snower: "Herausgeber können Gott spielen" Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, ist ein scharfer Kritiker der etablierten Fachzeitschriften . Im Interview erklärt er, warum Verlage und Herausgeber zu viel Macht haben und wieso er ein neues, kostenloses VWL-Journal gegründet hat.

17. Dezember 2010

Akademische Suchmaschinen & Portale

Was die meisten Studenten nicht wissen: Google (und andere Suchmaschinen) haben keinen Zugriff auf die Online-Datenbanken der großen wissenschaftlichen Fachverlage, in denen der größte Teil der renommierten akademischen Fachzeitschriften erscheint. Also genau das, was Professoren sehen wollen, findet Google nicht!

Der Königsweg zu wissenschaftlichen Aufsätzen führt daher schnurstracks zu den Datenbanken der "Digitalen Bibliothek": Hochschulen abonnieren die (sehr teuren) Datenbanken der wissenschaftlichen Fachverlage, und Hochschulangehörige können durch diese Lizenz auf dem Campus, aber auch passwortgeschützt via VPN-Client von zu Hause oder unterwegs aus, darin recherchieren.

Trotzdem gibt es natürlich auch im freien Internet wissenschaftliche Aufsätze. Zum einen, weil Wissenschaftler nicht nur ein Interesse daran haben, in prestigeträchtigen Zeitschriften (mit beschränktem Zugang für Bezahl-Abos) zu erscheinen, sondern auch möglichst hohe Verbreitung und Zugänglichkeit ihrer Forschungsergebnisse zu sichern. Zum anderen, weil die Open-Access-Bewegung unter Wissenschaftlern aus politischen und praktischen Gründen viele Anhänger findet.
Suchmaschinen
In vielen solcher frei verfügbaren Sammlungen können nun wissenschaftlich ausgerichtete Suchmaschinen kramen. Dazu gehören:
So bieten diese Suchmaschinen auch einige praktische Funktionen für Studenten. Dazu gehört die automatische E-Mail-Benachrichtigung (ähnlich GoogleAlert): Wenn ein neuer wissenschaftlicher Beitrag erscheint, der einem Suchbegriff entspricht, kann man sich per E-Mail darauf hinweisen lassen. Gerade bei Abschlussarbeiten ein nützlicher Service. 

Die Suchmaschinen garantieren nicht, dass man Volltexte findet. Manchmal sind es nur Zusammenfassungen/Abstracts oder Zitate. Aber auch das ist hilfreich.

Wissenschaftliche Suchmaschinen suchen nicht nur in anderen Quellen als die Standard-Finderoboter, sondern sie ordnen die Suchergebnisse auch anders. Beispielsweise führt GoogleScholar ein Ranking aus, bei dem wichtig ist, wie oft ein Text in der wissenschaftlichen Literatur zitiert wurde.

Hilfreich sind bei Google Scholar z.B. unter der Fundstelle die Angabe "Zitiert durch: ..." (hier kann man dann gleich nachschauen, in welchen Quellen der jeweilige Text wieder auftaucht) und die Suchfunktion "Ähnliche Artikel" (generiert eine Liste von Quellen mit ähnlichem Thema und ähnlichen Zitaten). Das erleichtert zu bewerten, wie wichtig eine Quelle ist und in welchem Kontext sie von wem genutzt worden ist.

Außerdem gibt es die Funktion "Bibliothekssuche" (verbunden mit den Bestandsnachweisen in WorldCat). So führt der Weg dann möglicherweise doch zurück zu Bibliothek und Fachdatenbanken. Trotzdem lässt sich die Recherche nach wissenschaftlicher Literatur über diese Suchmaschinen deutlich besser und effizienter durchführen als über die Standard-Suchmaschinen.