17. Dezember 2010

Websites beobachten – automatisch, systematisch

Was gibt's online Neues zu meinem Thema? Man kann viel Zeit damit verplempern, immer wieder munter drauflos zu stöbern. Die ungerichtete Suche hat zwar ihre Vorteile. Im Sinne einer guten Zeit- und Projektplanung ist es aber besser, nach der Anfangsphase auf automatische Benachrichtigungsdienste zu setzen.

Google Alert
Die beliebteste Suchmaschine arbeitet auch im ständigen Abo-Auftrag: Google Alert lässt sich leicht mit Schlagworten einrichten, und zwar für "alles" oder getrennt nach News, Blogs, Neueinträgen (Realtime), Video oder Diskussionsforen/Newsgroups. Wie häufig GoogleAlert melden soll (einmal täglich, einmal wöchentlich, ständig), lässt sich einstellen; und auch, ob nur die "besten" Ergebnisse oder alle an die vorgegebene Email-Adresse geliefert werden sollen. Genauso funktioniert auch der Email-Benachrichtigungsdienst bei GoogleScholar (für wissenschaftliche Texte) und der von Yahoo, YahooAlerts 

Benachrichtigungsfunktion in Datenbanken
Wenn Sie in passwortgeschützten fachwissenschaftlichen Datenbanken recherchieren, also z.B. in "Science Direct" oder "Web of Science" in Lizenz der "Digitalen Bibliothek" der TH Wildau, finden Sie meist auch einen Alert-Dienst vor.

Wenn die Datenbank also einen neuen Aufsatz oder ein Buch zu Ihrem Thema aufnimmt, lassen Sie sich per Email benachrichtigen.

Einzelne Internetseiten verfolgen
Die oben genannten Funktionen gehen mit dem großen Schleppnetz durch die Bestände. Anders liegt der Fall, wenn Sie bereits einige Internetseiten als Favoriten haben, die Sie beobachten wollen. Die Aufgabe heißt "Tracking", Sie verfolgen also gezielt die Datenspur einer Internet-Publikation.

Viele Websites bieten einen Email-Newsletter zum Abo an. Dieser wird häufig ergänzt oder ersetzt durch eine andere Möglichkeit: per "Feed", eine Art Nachrichtenticker. RSS und ATOM sind Funktionen im XML-Format, also in einer Computersprache, die die simple Weiterleitung von Inhalten ermöglicht.

Die Technik muss Sie aber nicht weiter interessieren – es ist ganz leicht.

Der Vorteil gegenüber dem Email-Newsletter-Abo: Sie müssen sich nicht anmelden und keine persönlichen Email-Adressen an Fremde weitergeben, die dann auch umständlich von diesem verwaltet werden müssen.

Möglichkeit 1: RSS/ATOM
Viele Seiten bieten heute RSS- und ATOM-Feeds an, eine Art Abo für neue Inhalte, die auf den Seiten eingestellt werden. Für RSS und ATOM brauchen Sie einen Feed-Reader, der die Feeds liest und verwaltet – manuell eintragen oder per Mausklick auf Symbol (RSS, ATOM, XML). Kompliziert? Gar nicht.
  • In den meisten neuen Browsern ist ein Reader eingebaut (Firefox, Internet Explorer 7, GoogleChrome, Opera, Safari). Zusätzliche „add-ons“ sind über „Optionen“ (o.a. Menüpunkte) einbaubar, z.B. Update Scanner für Firefox sowie spezielle Add-ons zum Tracker Ihrer Wahl (anstelle von Email-Benachrichtigung, oder zur Ergänzung). 
  • Im Email-Programm MS Outlook 2007 ist diese Abo-Funktion ebenfalls eingebaut (per Klick auf Website mit RSS oder „Extras“ und „Kontoeinstellungen“). Ähnlich bei anderen Email-Programmen.
Das heißt: Im Regelfall klicken Sie während Ihres Webseiten-Besuchs einfach auf das RSS/ATOM-Zeichen, und Outlook  (o.a.) richtet automatisch ein Postfach für die zu empfangenen Feeds ein. So können Sie bequem in Ihrer Post nachschauen, ob's etwas Neues gibt.

Wenn Sie doch einen externen Reader haben wollen oder brauchen, so sind diese kostenlos verfügbar oder zu kaufen – Übersicht z.B. auf www.RSS-Verzeichnis.de. Dort gibt es überdies die Möglichkeit, nach Internetseiten mit RSS-Feeds zu suchen. Ähnlich auch www.rss-scout.de und www.feedster.com. Wenn Sie speziell nach wissenschaftlichen Seiten suchen, ist SciencePORT etwas für Sie (deutsch: de.scienceport.org, international: scienceport.org). 

Möglichkeit 2: Gezieltes Web-Tracking ohne RSS/ATOM
Nun gibt es zahlreiche Websites ohne RSS/ATOM-Feed; und selbst wenn, so liegt es in der Hand des Betreibers einer Website zu entscheiden, was über den Nachrichtenticker geht.

Stattdessen können Sie zur Beobachtung von Websites Tracker-Programme einsetzen.

Hier gibt es kostenpflichtige Profi-Programme, aber auch kostenfreie Dienste, bei denen Sie sich nur anmelden müssen. Sie können dann wählen, ob Sie zu einer bestimmten Website alle neuen Inhalte oder nur Inhalte zu bestimmten Stichworten Nachrichten erhalten wollen. Beispiele:

•    C4C CheckForChange, mit Firefox-Extension 
•    ChangeDetection
•    Diffbot 
•    FollowThatPage, mit Firefox-Extension 
•    TrackEngine 
•    WatchThatPage 

Wie immer im wissenschaftlichen Leben muss man aufpassen, dass man nicht mit Datenschrott zugemüllt wird. Websites, die sich nicht als produktiv für die eigene Arbeit erweisen, sollte man von Zeit zu Zeit aussortieren.

Eine gute Möglichkeit für den schnellen Überblick über Neues auf Ihren Lieblingsseiten ist die Erstellung einer personalisierten Startseite bei Google, Yahoo, Windows Live, Pageflakes oder Netvibes. Hier stellen Sie Seiten mit RSS-Feeds zusammen, die dann gemeinsam angezeigt werden. 

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