17. Dezember 2010

Akademische Suchmaschinen & Portale

Was die meisten Studenten nicht wissen: Google (und andere Suchmaschinen) haben keinen Zugriff auf die Online-Datenbanken der großen wissenschaftlichen Fachverlage, in denen der größte Teil der renommierten akademischen Fachzeitschriften erscheint. Also genau das, was Professoren sehen wollen, findet Google nicht!

Der Königsweg zu wissenschaftlichen Aufsätzen führt daher schnurstracks zu den Datenbanken der "Digitalen Bibliothek": Hochschulen abonnieren die (sehr teuren) Datenbanken der wissenschaftlichen Fachverlage, und Hochschulangehörige können durch diese Lizenz auf dem Campus, aber auch passwortgeschützt via VPN-Client von zu Hause oder unterwegs aus, darin recherchieren.

Trotzdem gibt es natürlich auch im freien Internet wissenschaftliche Aufsätze. Zum einen, weil Wissenschaftler nicht nur ein Interesse daran haben, in prestigeträchtigen Zeitschriften (mit beschränktem Zugang für Bezahl-Abos) zu erscheinen, sondern auch möglichst hohe Verbreitung und Zugänglichkeit ihrer Forschungsergebnisse zu sichern. Zum anderen, weil die Open-Access-Bewegung unter Wissenschaftlern aus politischen und praktischen Gründen viele Anhänger findet.
Suchmaschinen
In vielen solcher frei verfügbaren Sammlungen können nun wissenschaftlich ausgerichtete Suchmaschinen kramen. Dazu gehören:
So bieten diese Suchmaschinen auch einige praktische Funktionen für Studenten. Dazu gehört die automatische E-Mail-Benachrichtigung (ähnlich GoogleAlert): Wenn ein neuer wissenschaftlicher Beitrag erscheint, der einem Suchbegriff entspricht, kann man sich per E-Mail darauf hinweisen lassen. Gerade bei Abschlussarbeiten ein nützlicher Service. 

Die Suchmaschinen garantieren nicht, dass man Volltexte findet. Manchmal sind es nur Zusammenfassungen/Abstracts oder Zitate. Aber auch das ist hilfreich.

Wissenschaftliche Suchmaschinen suchen nicht nur in anderen Quellen als die Standard-Finderoboter, sondern sie ordnen die Suchergebnisse auch anders. Beispielsweise führt GoogleScholar ein Ranking aus, bei dem wichtig ist, wie oft ein Text in der wissenschaftlichen Literatur zitiert wurde.

Hilfreich sind bei Google Scholar z.B. unter der Fundstelle die Angabe "Zitiert durch: ..." (hier kann man dann gleich nachschauen, in welchen Quellen der jeweilige Text wieder auftaucht) und die Suchfunktion "Ähnliche Artikel" (generiert eine Liste von Quellen mit ähnlichem Thema und ähnlichen Zitaten). Das erleichtert zu bewerten, wie wichtig eine Quelle ist und in welchem Kontext sie von wem genutzt worden ist.

Außerdem gibt es die Funktion "Bibliothekssuche" (verbunden mit den Bestandsnachweisen in WorldCat). So führt der Weg dann möglicherweise doch zurück zu Bibliothek und Fachdatenbanken. Trotzdem lässt sich die Recherche nach wissenschaftlicher Literatur über diese Suchmaschinen deutlich besser und effizienter durchführen als über die Standard-Suchmaschinen.

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