20. Dezember 2010

Mitschreiben digital – Microsoft OneNote und Evernote für Vorlesung und Seminar

Als Prof blickt man im Hörsaal meist auf einen Wald von Notebooks und Netbooks. Klar, da wird während der Lehrveranstaltung gedaddelt, gesurft, gemailt. Das lenkt ab und verhindert das Lernen. Es gibt Kollegen, die verbieten sogar Computer auf dem Tisch. Das halte ich für Unfug. Denn die meisten Studenten benutzen ihren Computer durchaus für akademische Zwecke.

Viele starten MS Word (oder OpenOffice Writer) und verwalten ihre Mitschriften in der Textverarbeitung. Gibt es bessere Möglichkeiten als das? Ja!

Nämlich Notizen-Programme: Evernote (aus der OpenOffice-Familie) und Microsoft Office OneNote.

OneNote wird bei der Version “Office Home and Student Suite” mitgeliefert. Die Software ist gedacht für das Anfertigen und Verwaltung von Mitschriften (Vorlesungen, Seminare, Besprechungen). Die Verwaltung wird in Notizbüchern, Abschnitten, Seiten und Unterseiten ermöglicht. Man kann Grafiken und PDFs sowie Audio- und Videoaufzeichnung einbetten, schön verlinkt mit den eigenen Notizen. Außerdem lassen sich Mitschriften leicht an weitere PCs senden und synchronisieren.

Microsoft hat vier Video-Schulungen veröffentlicht (auch auf YouTube), die die Arbeit mit OneNote anschaulich erläutern:
Die vier Folgen sollten Sie sich unbedingt ansehen. Sie werden merken, dass die Software ziemlich gut fürs Studium geeignet ist. Zwar müssen Sie sich etwas in die Bedienung einfuchsen. Aber dafür bringen Sie schnell ein echtes System in Ihre Mitschriften. Die elektronische Kladde hilft daher auch bei der Studienorganisation und bei der Prüfungsvorbereitung.

Der Osnabrücker IT-Berater Bernd Brandenburger moderiert die Videos. Die erste Folge führt Sie in die Basiselemente von OneNote ein. Da geht es erst einmal um die Oberfläche, dann darum, wie man Notizbücher anlegt und auf mehreren Computern (z.B. auch Desktop-PC zu Hause oder mit mehreren Kommilitonen gemeinsam geführte Notizbücher) verwendet, wie man Abschnitte und Seiten einfügt, wie man Tools z.B. zum Zeichnen einsetzt, wie man Suchfunktionen benutzt, wie man Office-Vorlagen von der Microsoft-Homepage lädt und einiges mehr.

 
In der zweiten Folge geht es um die Verbindung von OneNote und Outlook. Denn Aufgaben aus OneNote lassen sich direkt in Outlook übernehmen, oder aus einem Outlook-"Termin" oder einer Outlook-"Aufgabe" direkt Besprechungsnotizen starten. Beispielsweise bekommen Sie eine Email von Kommilitonen in einer Arbeitsgruppe oder vom Prof über das E-Learning System Moodle ("Learn@Wildau"). Da gibt es dann vielleicht Hinweise, Ergänzungen oder Links, die Sie in Ihre Vorlesungs-Notizen einfügen möchten. Email im Outlook öffnen und den Button "an OneNote senden". Umgekehrt können Sie auch Ihre in OneNote erstellten Notizen über Outlook versenden – nicht nur an Email-Empfänger, sondern auch an sich selbst, nämlich in die Verwaltung von "Terminen" und "Aufgaben" in Outlook. Nützlich z.B. für Lektüreplanung, Hausaufgaben und Arbeitsgruppen.

 

Folge drei widmet sich dem gemeinsamen Notizbuch, das Sie mit anderen Kommilitonen zusammen führen können. Wenn Sie mal nicht zur Vorlesung kommen können, ist das ebenso praktisch wie wenn Sie arbeitsteilig mitschreiben wollen. Dafür legt man z.B. extern auf einem Netzwerk-Sharepoint (Internet-Festplatte, z.B. Windows Live SkyDrive mit gratis 25 GB Speicherplatz) ein gemeinsames Notizbuch an. Praktischerweise wird automatisch synchronisiert: Sobald also jemand aufs Notizbuch zugreift, wird für alle aktualisiert. Wer's über Windows Live macht, kann Kommilitonen über die Windows Live-ID einladen.

 

Schließlich geht Folge vier in ähnlicher Absicht wie in Folge drei auf die Nutzung des Programms Groove ein. Das ist eine Komponente im Office2007-Paket, mit der man übers Internet Daten von Computer zu Computer übertragen und synchronisieren kann. Das ist so eine Mischung aus Outlook und SharePoint, bei der die Daten allerdings dezentral gespeichert werden, nicht auf einer externen Festplatte wie in Folge drei. Es wird gezeigt, wie man einen gemeinsamen Arbeitsbereich für eine Lerngruppe anlegt, wie man sich Nachrichten schickt und mit diversen Tools arbeitet. Wichtig: Groove gibt es ab Office2010 als Produktname nicht mehr, wird jetzt "SharePoint Workspace 2010"  genannt. Die Vollversion gibt es nur in teureren Office-Paketen. Mit kostenfreien Programmen wie Dropbox usw. kann man aber auch arbeiten.



Alles in allem bietet OneNote also eine ziemlich gute Lösung für die eigenen Notizen und für den Austausch mit anderen Studenten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Fragen? Kommentare? Nur zu!